Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie: Eine Fibel für jedermann
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Typographische grundregeln im handlichen taschenbuchformat.
• • • • •   (bewertet mit 5 von 5 Punkten)

Rezension bezieht sich auf: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typografie: Eine Fibel für jedermann (Taschenbuch) Nachdem das zuerst 1960 veröffentlichte buch in den achtzigern & neunzigern eine fröhliche wiederbelebung erfuhr, folgt nun eine weitere - zur abwechslung mal als taschenbuch.

"Liegt es nicht klar zutage, daß mit schrift umzugehen keineswegs einfach ist?" Und so präsentiert uns der große Jan Tschichold grundbegriffe und grundregeln der typographie in einer handlichen "fibel für jedermann".

Nach ein wenig schriftgeschichte und "druckschriftenkunde" geht es zur sache: Gemeine sperrt man nicht, auszeichnungen sind mit der entsprechenden kursiven vorzunehmen. Versalien und kapitälchen haben gesperrt zu sein. Halbfette und fette schriftschnitte sind zu vermeiden. Dazu anweisungen zur bevorzugten anzahl verwendeter schriftgrade und schnitte, zum durchschuß und natürlich zu einzügen (kein Tschichold ohne einzüge). Eher versteckt, ein bedauerlich versöhnlicher abschnitt über die gleichwertigkeit symmetrischer und asymmetrischer typographie. (Es sei erinnert an Tschicholds aufsätze "Zur Typographie der Gegenwart", zwischen 1957 und 1960 verschiedenenorts publiziert, in denen er gegen asymmetrische typographie und übertriebenen gebrauch von serifenlosen polemisierte. Worauf sich Emil Ruder 1959 genötigt sah, in den "Typographischen Monatsblättern" stellung zu beziehen und die - asymmetrische und serifenlose - Schweizer Typographie zu verteidigen.) Weiterhin: Über den umgang mit illustrationen. Papiertönung. Ein plädoyer wider DIN-A4 und für das format 21 mal 28 cm. Wie der maschinengeschriebene brief auszusehen hat. Wie der gummistempel ("fast alle leute brauchen gummistempel") beschaffen sein sollte.

Das ganze ist reichlich mit typographischen beispielen versehen und, worauf Tschichold ausdrücklich hinweist, sorgfältigst typographiert: "Die rechte kante der vorliegenden seiten ist mit besonderer liebe glatt erscheinend gemacht worden, indem alle bindestriche, die sonst diese kante anfressen (man wolle irgendeinen anderen text zur hand nehmen und dies feststellen), um 2 punkt weiter hinausragen als die ungetrennten wörter."

Ein handliches büchlein mit dem ganzen Tschichold. Einsteigern sei es besonders empfohlen, denn man sollte die regeln kennen, die man dann bricht - wo wäre sonst der witz?
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 3. September 2001
Kundenrezensionen:
3. Exzellent, aber nicht ohne Vorbehalt
2. Typographische grundregeln im handlichen taschenbuchformat. (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Vom rechten Weg in der Typografie
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